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Zehn Jahre in der Oldtimer IG Osnabrück (e.V.) – eine spannende Zeit!

Beigetragen von uwe.s am Feb 12, 2024 - 09:47 PM

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Nach zehn Jahren „Amtszeit“ als Pressewart der Oldtimer IG Osnabrück e.V. habe ich im November 2023 meinen Job an Thomas Rosenbach abgegeben. Es waren zehn durchaus ereignisreiche Jahre, in denen bei der Oldtimer IG viel passiert ist. Das möchte ich in meinem persönlichen Rückblick einmal beschreiben...

Los ging es bei mir mit dem Hobby „Oldtimer“ schon weit vor meinem „Zwangseintritt“ in die IG. Nach meiner Führerscheinprüfung 1983 fuhr ich einen VW Käfer 1300 (der offiziell meinem Opa gehörte, dieser fuhr jedoch nicht mehr), aber der Wagen war bei weitem noch kein Oldtimer, sondern zu der Zeit gerade einmal lächerliche 14 Jahre alt – ein solcher „Neuwagen“ hat heute nicht einmal Youngtimer-Status.  Aber er besaß immerhin ein Stahlschiebedach. Ursprünglich wollte ich mir nach Beendigung meiner Ausbildung ein „richtiges“ Auto kaufen, schließlich gab es den Käfer schon seit 34 Jahren und sein Konzept, seine Form, seine Leistungswerte waren lange überholt. 34 PS, luftgekühlter Boxermotor – einfach nur peinlich. Meine Freunde fuhren damals schließlich VW Polo oder Peugeot 104, also moderne Autos. Doch nach der Ausbildung hatte ich mich so sehr an den Käfer gewöhnt, dass ich ihn behielt. Im Januar 1986 gründete ich zusammen mit ein paar Freunden im Partykeller meiner Eltern den Käfer-Liebhaber-Club Osnabrücker Land (heute Käfer-Club Osnabrück e.V.). Später kam sogar noch ein 1969’er Käfer-Cabriolet hinzu. Weitere Jahre später, nach vielen Käfertreffen im In- und Ausland und so manch einem Erlebnis mit meinen Käfern im Alltag, waren jedoch beide weg und ich nach einigen Jahren Vorsitz auch nicht mehr Mitglied im Käfer-Club. Die Prioritäten lagen nun woanders. Job, Heirat, Haus, Kinder – so mancher kennt das ja.

Dem Thema „Oldtimer“ blieb ich aber treu, nun mit dem Fotoapparat. Erst analoge SLR, heute natürlich digital. Die Techno Classica wurde regelmäßig besucht, diverse Oldtimertreffen in der Region und natürlich auch die „Historischen Fahrten Rund um Osnabrück" der Oldtimer IG Osnabrück sowie ab und zu eines ihrer Sonntagstreffen am Museum Industriekultur. IG-Mitglied Harry Schley, der leider 2018 verstorben ist, kannte ich noch aus alten Käfer-Zeiten und mein Nachbar Andreas Lenzing war ebenfalls in der IG. So nach und nach lernte ich das eine oder andere weitere IG-Mitglied am Museum kennen.

Auch wenn die "Rund-um-Osnabrück"-Fahrten mit einem immer starken Teilnehmerfeld, u.a. mit vielen Vorkriegsklassikern, regelmäßig begeisterten, bei den Sonntagstreffen war aus meiner Sicht die Beteiligung eher mau. Es wurde damals auch recht wenig Werbung betrieben, obwohl das Potential von Oldtimern im Umkreis üppig war. Selten stand etwas in den regionalen Zeitungen, in den Fachmagazinen wie OLDTIMER MARKT oder MOTOR KLASSIK stand nichts. Also schrieb ich meinem Freund Andreas irgendwann im Frühjahr 2013 eine Mail, in der skizzierte, wie die IG durch eine offensivere Pressearbeit mehr Werbung für sich und ihre Treffen am MIK machen könnte. Natürlich nicht ganz uneigennützig, schließlich wollte ich viele interessante Oldtimer fotografieren.

Im Herbst 2013 gab es eine Mitgliederversammlung der Oldtimer IG Osnabrück. Andreas war seinerzeit Schriftführer und schickte mir anschließend das Protokoll der Versammlung zu, was mich ein wenig irritierte. Ich war schließlich kein Mitglied der IG. Aber interessehalber las ich es mir durch und stellte fest, dass Uwe Schmidt zum Pressewart gewählt worden war, sogar einstimmig (das ist ja meist so, wenn sich jemand opfert, ein Amt zu übernehmen. Nur hier mit dem Unterschied, dass ich davon vorher nichts wusste). Also rief ich Andreas an. Wie gesagt, ich war kein IG-Mitglied und besaß (bis heute) nicht einmal einen Oldtimer oder irgendetwas in der Art. Nicht einmal meine Kamera war dafür alt genug. Andreas erklärte mir, dass er mein „Pressekonzept“ den Mitgliedern vorgestellt hätte. Dort habe es geheißen: „Der ist doch sowieso immer bei den Treffen, dann kann er denn Job auch selbst machen und seine Ideen umsetzen“. So kann man also auch Mitglied einer IG werden und gleich zu einem Amt im erweiterten Vorstand kommen. Das hatte ich nun davon.

Also musste ich jetzt etwas tun. Termine gingen an die NOZ, die ON, die Fachzeitschriften, vor den beiden großen Treffen versandte ich Pressemitteilungen mit Referenzfotos. Damit immer alle Mitglieder der damals rund 30 Oldtimerfreunde starken IG gleichermaßen informiert waren, schickte ich nach dem November-Stammtisch 2013 den ersten internen Newsletter auf die Reise. Insgesamt waren es in den zehn Jahren rund 120 Newsletter.

Zu dieser Zeit fanden die Sonntagstreffen und der Saisonauftakt am Ostermontag noch auf dem Gelände am Haseschachtgebäude des Industriemuseums am Fürstenauer Weg statt. Klein, aber fein – ein meist überschaubares Teilnehmerfeld. Die „Historischen Fahrt Rund um Osnabrück" starteten immer am 3. Sonntag im Juli am nahen Piesberger Gesellschaftshaus, wo auch das Ziel der Ausfahrt war. 2012 musste der Start vom Piesberger Gesellschaftshaus zum Magazingelände des MIK am Süberweg weichen. Wieder war die Teilnehmerliste voll mit interessanten Fahrzeugen. Aber so eine Fahrt zu organisieren kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld und erfordert viele helfende Hände. Aus dem Kreis der Besucher kam Kritik, dass man die Fahrzeuge nur kurz beim Start sehe. So kam die Idee auf, aus der Fahrt ein festes „Historisches Treffen Rund um Osnabrück" zu machen. 2013 war es dann erstmals soweit und bei 30°C war das Magazingelände prall gefüllt mit Klassikern aus allen Epochen. Hier hatten wir zwar nicht mehr das Museumscafé, aber wir kochten nun unseren Kaffee selbst und beim großen Treffen sorgten wir für Verpflegung, z.B. durch die „Eis-Else“ mit dem restaurierten VW T3-Eiswagen oder die Jungs und Mädels vom THW Osnabrück mit dem zum Grillwagen umgebauten Tragspritzanhänger. Das Treffen war ein Erfolg. Seit dem Treffen 2019 ist auch Volkswagen Classic mit Fahrzeugen aus der Automobilsammlung von Volkswagen Osnabrück mit dabei.

Auch die Sonntagstreffen wurden immer besser besucht und 2017 mussten wir mit dem Saisonauftakt am Ostermontag auf das Magazingelände umziehen, da das Areal am Haseschachtgebäude nicht mehr ausreichte. Selbst für die Sonntagstreffen benötigten wir oftmals mehr Platz und so zog die IG mit allen Veranstaltungen zum Süberweg auf das Magazingelände um. Hier war ausreichend Platz – vorerst, denn das änderte sich nach und nach, vor allem bei den Treffen im Sommer. Was fehlte, war das Café im Haseschachtgebäude, doch mit Kaffee versorgten wir uns nun selbst und installierten einen Kaffeestand im Pferdestall. Damit alle Fahrzeuge sicher auf das Gelände fahren und auch wieder wegfahren konnten, übernahm Rolf Steenhusen die Zufahrtsregelung am Geländeeingang. Rolf ist vermutlich das bekannteste Gesicht der IG bei den Oldtimerfreunden.

Im Laufe der Zeit wurde unser Einzugsgebiet immer größer und bei so manchem Treffen wurde auch das Magazingelände zu klein. Über die kleine Brücke ging es nun weiter auf das Areal der Osnabrücker Dampflokfreunde und das Steinlager der Piesberger Steinindustrie. Die Durchführung der beiden großen Treffen war ohne diese „Erweiterung“ unmöglich; es kamen immer mehr Fahrzeuge, nicht nur aus dem Osnabrücker und Steinfurter Raum, sondern von Oldenburg bis zum Ruhrgebiet, vom Emsland bis ins Herforder Land.

Personell gab es bei der IG auch Veränderungen. Jens Riesberg löste Wolfgang Schulz ab, der die IG jahrelang geführt hatte und Matthias Werner folgte Christoph Blase auf dem Posten des zweiten Vorsitzenden. Später übernahm Thomas Kappus das Amt als Kassenwart von Angelika Möller und Fritz Brozio gab sein Amt als Sportwart Ende 2023 an gleich mehrere Nachfolger ab. Außerdem wurde die IG ein eingetragener Verein – wobei sich am IG-Leben nichts veränderte, sondern besonders für die Vorstandsmitglieder für mehr Rechtssicherheit sorgte.

Auch das Gesicht unserer IG-Homepage änderte sich. Diese wurde jahrelang von Klaus Wirl gestaltet und nun führte Ralf Köster ein neues Programm ein, mit dem wir mehr Möglichkeiten besaßen, Berichte und Fotos online zu stellen. Auch dieses Programm wird in naher Zukunft durch eine neue und einfacher zu handhabende Variante abgelöst. Irgendwie war der Pressewart nicht nur für Presseberichte, Termine und Newsletter verantwortlich, sondern sorgte auch dafür, dass unsere Homepage regelmäßig interessante Berichte bot. Hier hätte ich mir – man mag mir diesen kleinen Seitenhieb verzeihen – doch ein wenig mehr Unterstützung in Form von Berichten seitens der vielen Mitglieder gewünscht. Es war schon manchmal frustrierend für den Pressewart, wenn in der WhatsApp-Gruppe von Mitgliedern viele Fotos von Treffen eingestellt wurden, aber kaum jemand einen Beitrag für die IG-Homepage zur Verfügung stellte. Wie auch bei den Helfern unserer Veranstaltungen waren es auch hier immer die wenigen gleichen Mitglieder, die mal einen Bericht über eine Veranstaltung schrieben, an der sie teilgenommen hatten. In den internen Downloadbereich lud ich die internen Newsletter, Informationen des DEUVET und andere Dokumente hoch. Insgesamt sind dort mittlerweile rund 300 Dokumente, ebenso viele Berichte und rund 100 Fotoalben hinterlegt. Neben dem internen Newsletter gab es dann später auch einen externen Newsletter, für den sich bis Ende 2023 fast 650 Oldtimerfreunde angemeldet hatten. Für weitere Werbung sorgten (und sorgen) Christoph Blase über die IG-Facebook-Seite und Matthias Werner via Instagram. Neu eingeführt wurde in den letzten Jahren auch eine IG-interne Whats-App-Gruppe, die von Michael Plogmann und Thomas Kapus betreut wird. Einige Jahre gaben wir einen eigenen Fotokalender mit IG-Fahrzeugen heraus, doch die Begeisterung lies schnell wieder nach und nach vier Exemplaren stellten wir den Kalender ein.

Es gab aber nicht nur unsere Treffen am Industriemuseum. Fritz Brozio und Michael Plogmann organisieren seit einigen Jahren regelmäßig die interne Carfreitagsausfahrt und eine interne Wochenendausfahrt im Sommer, die die Teilnehmer regelmäßig begeistern. Bereits dreimal waren wir zu Gast bei Volkswagen Osnabrück, davon 2 x im Rahmen einer Werksführung mit anschließender Besichtigung der Automobilsammlung Volkswagen Osnabrück. Im Sommer 2023 führte uns dann Marcel Leifer von Volkswagen Classic durch die gesamte Sammlung und damit auch durch die beiden Hallen, die man im Rahmen einer Werksführung nicht zu Gesicht bekommt. Seit 2014 findet die von unserem Mitglied Christian Werner organisierte Oldtimermesse OSNA-Oldies® statt, auf der die IG von Beginn an mit einem eigenen Stand vertreten ist und sich stets in besonderer Weise präsentiert. Aber auch bei Veranstaltungen wie z.B. „Ibbenbüren brummt“ präsentierte sich die IG, wir organisierten 2018 ein Oldtimerwochenende auf der Landesgartenschau Bad Iburg und Mitglieder unterstützen Rallyes wie die „Classic Days Osnabrück/Münster“ oder zuletzt 2023 die Schnauferlfahrt Ibbenbüren, als diese Station vor dem Osnabrücker Rathaus machte.

2022 war die IG erstmals als Jahresabschluss zu einer gemeinsamen Bustour unterwegs. Ziel war das sensationelle Louwman-Museum in Den Haag. Auch 2023 sollte es erneut eine Fahrt zum Abschluss geben, doch aufgrund Covid-19 musste diese auf Februar 2024 verschoben werden. Wieder geht es in die Niederlande, diesmal zum Metropole Druten, einer großen Privatsammlung.

Die Entwicklung der IG ging in den letzten zehn Jahren in nur eine Richtung: Nach oben. Von 2013 rund 30 Mitgliedern stehen heute ca. 120 Oldtimerfreunde in der Mitgliederliste. Damit ist die IG vermutlich die größte markenunabhängige Oldtimergemeinschaft in der Region. Waren es damals vielleicht 120-150 Oldtimer beim Saisonauftakt, so konnten/durften/mussten wir 2023 an die 2.500 Fahrzeuge begrüßen – eine Beteiligung, die niemand auch nur im Ansatz erwartet hatte. Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Verein Osnabrücker Dampflokfreunde e.V. können wir glücklicherweise auch deren Areal und das Steinlager der Piesberger Steinindustrie nutzen; außerdem stellen uns die Dampflokfreunde ihr Vereinshaus mit Toiletten zur Verfügung und sorgen für Verpflegung durch ihr Café und den Grillstand. Auf dem Magazingelände selbst ist es mit der Verpflegung bei den Veranstaltungen schwieriger geworden, seitdem wir nicht mehr selbst für Gastronomie sorgen dürfen.

Die beschriebene Entwicklung unserer IG und unserer Veranstaltungen kommt aber nicht „aus heiterem Himmel“. Möglich war sie nur durch zahlreiche engagierte Mitglieder und einen Vorstand, der Woche für Woche für die IG aktiv ist. Daher möchte ich einmal unseren Vorsitzenden Jens Riesberg und unseren stellvertretenden Vorsitzenden Matthias Werner hervorheben, die aus meiner Sicht einen sehr großen Anteil an der tollen Entwicklung der IG haben. Es hat Spaß gemacht, diese Entwicklung begleiten zu dürfen und mit meiner Pressearbeit ebenfalls einen kleinen Beitrag geleistet zu haben.  Meinem Nachfolger Thomas Rosenbach wünsche ich ebenso tolle Erfahrungen, wie ich sie in den letzten zehn Jahren gemacht habe.

So schön es ist, dass die IG derart gewachsen ist, alles hat zwei Seiten. Mittlerweile kenne ich nicht mehr jedes Mitglied in der IG, Treffen mit mehr als 500 Klassikern werden stressig für alle Helfer, die dann oft selbst nicht davon haben – vor allem, wenn es immer die gleichen helfenden Mitglieder sind, während andere Mitglieder passiv sind. Daher kann ich nur an alle Mitglieder appellieren, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv für unsere Gemeinschaft zu engagieren. Immer größer zu werden ist nicht immer gut und darf nicht zum Selbstzweck werden. So toll es ist, 2.500 Fahrzeuge auf dem Gelände zu haben mit einer wahnsinnigen Bandbreite vom Vorkriegsklassiker bis zum Youngtimer, vom Moped bis zum LKW – mir sind die kleinen, familiären Sonntagstreffen mit 150, 200 oder auch 300 Klassikern lieber. Man hat selbst mehr davon, hat Zeit für interessante und abwechslungsreiche Gespräche und kann das Treffen einfach nur genießen. Ein bisschen mehr „back to the roots“ könnten wir aus meiner Sicht gebrauchen. Dazu gehört für mich – auch aufgrund meiner persönlichen Interessen – gerne wieder ein höherer Anteil an Vorkriegsfahrzeugen oder Fahrzeugen der 1950er und 1960er Jahre.

Nachdem ich mein Amt als Pressewart abgegeben hatte, habe ich mir die Frage gestellt, ob es eigentlich Sinn ergibt, ohne eigenen Oldtimer in der IG zu bleiben. Gemeinsame Ausfahrten oder die Teilnahme an Veranstaltungen mit dem eigenen Klassiker ist nun einmal etwas Anderes als mit dem Neuwagen und der Kamera unterwegs zu sein. Gehört man dann wirklich dazu? Einen eigenen Oldtimer kann ich mir aktuell nicht leisten und beim Schrauben habe ich eher „zwei linke Hände“. Zum Fotografieren muss man ja kein Mitglied sein. Aber die Oldtimer IG Osnabrück e.V. ist eine tolle Gemeinschaft mit einem faszinierenden Hobby und das ist für mich ausschlaggebend dafür, Mitglied der IG zu sein.

Auch ohne eigenen Oldtimer freue ich mich auf jeden Fall auf faszinierende Klassiker am MIK, interessante Gespräche und gemütliche Stammtische mit euch im Jahr 2024.

Wir sehen uns,

Uwe Schmidt

-Pressewart a.D.-

 

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